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50 Jahre Ludwigsburger Wochenblatt – Die Jubiläums-Ausgabe – 22. Oktober 2011

beste beratung & service zu ihrem wohl sind täglich 1.000 mitarbeiter im einsatz! die größte wohnschau in baden-württemberg bietigheim und leonberg! jetzt erleben! bestes preis-/leistungsverhältnis www.hofmeister.de Das Ludwigsburger Wochenblatt – Seit 50 Jahren zeitnah und aktuell „HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH ZU DIESEM GROSSEN JUBILÄUM!“ Der Dienstleistungssektor ist der Job-Motor Wir sind so sehr mit Schaffen beschäftigt, dass wir gar nicht richtig merken, wie sich unse- re Arbeitswelt verändert. In den vergangenen 50 Jahren hat es gewaltige Verschiebun- gen gegeben. Der Mensch lebt natürlich immer noch von der Scholle, ackern tut er auch. Aber nicht auf dem Acker, son- dern mehr und mehr in der Dienstleistung. In den vergangenen 50 Jahren verloren vor allem die Landwirtschaft, aber auch das produzierende Gewerbe an Bedeutung Das Empfinden ist etwas trä- ge, drum fühlt man sich im- mer noch in der industriellen Revolution. Dabei ist deren Hochphase schon vorüber. Aber der Reihe nach. Werfen wir erst mal einen Blick in die Landwirtschaft, denn genau dort kann man sie immer noch finden, die industrielle Revolution. Industrielle Revolution auf dem Acker Die Zahl der bäuerlichen Betriebe in Baden-Württem- berg nimmt stetig ab. Die Nutzflächen fallen damit aber nicht brach, sondern werden in die überlebenden Höfe ein- gegliedert – und mit Maschi- nen bearbeitet. 1971 zählte man im Südwesten 215430 Höfe mit einer durchschnittli- chen Größe von 7,4 Hektar. 2001 waren es noch 71781 Betriebe, dafür war aber die durschnittliche Größe auf 20,4 Hektar gewachsen. Im Jahr 2010 war die Zahl der Höfe auf 44512 gesunken, diese bewirtschafteten aber durchschnittlich 31,7 Hektar. Einher damit ging ein dra- matisch zu nennender Ar- beitsplatzabbau. 1961 schaff- ten noch fast 637000 Men- schen auf den Äckern im Land. 1970 waren es nur noch knapp 332000. Zur Jahrtausendwende zählte man noch rund 118000 Men- schen im Bereich Landwirt- schaft, Forsten, Fischerei und 2010 gar nur noch knapp 71000. Maschinen ersetzten die Menschen. Im Landkreis Ludwigsburg lässt sich der Trend ebenfalls verfolgen. Die Zahl der Haupterwerbsbetriebe sank von 1779 im Jahr 1979 auf 570 im Jahr 2007, dabei stieg die durchschnittliche Be- triebsgröße von 10 auf 18 Hektar. Die Zahl der über 50 Hektar großen Betriebe stieg besonders deutlich – von 22 (1979) auf 196 (2007). Wer nun glaubt, die Leute seien alle in der Industrie un- tergekommen, übersieht, dass auch dort der Trend rückläu- fig ist – wenn auch in deutlich geringerem Maß. Produzierendes Gewerbe nimmt ab Seinen Höhepunkt hatte das produzierende Gewerbe in Baden-Württemberg im Jahr 1970 erreicht. Damals arbeiteten 2,28 Millionen Menschen in diesem Wirt- schaftsbereich. Im Jahr 2000 waren es schon unter zwei Millionen und 2010 waren nur noch 1,86 Millionen Ar- beitnehmer im produzieren- den Gewerbe tätig. Auch der industriestarke Landkreis Ludwigsburg konn- te sich diesem Trend nicht entziehen. 1974 zählten die Statistiker hier vor Ort 87060 Beschäftigte im produzieren- den Gewerbe, 1999 waren es noch 76154 und 2007 nur noch 69392. Von über 65 Prozent war ihr Anteil auf deutlich unter 40 Prozent ge- sunken. Wo sind die Leute hin, vor dem Hintergrund, dass doch die Zahl der Beschäftigten im Landkreis Ludwigsburg von 133549 im Jahr 1974 deut- lich auf 165342 im Jahr 2010 gestiegen ist? Der Trend auf dem Arbeits- markt folgt der großen Linie, die Volkswirtschaftler voraus- sagen und für unabdingbar halten. Der Dienstleistungsbe- reich legt zu – und zwar mächtig. 1961 arbeiteten lan- desweit 727000 Beschäftigte in jenem Bereich, den die Sta- tistiker als eine Art Gruschtel- kiste angelegt hatten: „sonsti- ge Dienstleistungen“. 545000 waren im Bereich Handel, Gastronomie und Verkehr tä- tig. 2010 sind jene „sonstigen Dienstleistungen“ Arbeits- marktführer mit 2,18 Millio- nen Beschäftigten. Dazu kom- men noch 1,24 Millionen Be- schäftigte in Handel, Gastro- nomie und Verkehr. Mit 3,42 Millionen Arbeitsplätzen bie- tet der gesamte Dienstleis- tungssektor damit inzwischen fast doppelt so viele Jobs wie das produzierende Gewerbe. Dienstleistung übertrifft Produktion In gemilderter Form zeich- net der Landkreis Ludwigs- burg auch hier diesen Wandel nach. 1974 waren vor Ort 46489 Menschen im damals noch nicht weiter aufge- schlüsselten Bereich Dienst- leistungen beschäftigt. 2010 war die Zahl auf 53270 im Bereich sonstige Dienstleis- tungen gestiegen. In Handel, Gastgewerbe und Verkehr waren es 39094. Zusammen waren damit 56,4 Prozent der Beschäftigten in der Dienst- leistung tätig. Bleibt am Ende die Frage, woher eigentlich die Tomaten auf jener Pizza kommen, die der Pizza-Service als Dienst- leister mitten in der Nacht bringt... Martin Bergmann Erdverbunden: Die Oma schaffte noch auf dem Acker, die Enkelin pflegt als Kosmetikerin mit Heilerde eine Kundin – Arbeit im Wandel der Zeiten. Foto: bilderbox ... eine gelungene Mischung aus Anzeigen und lokalen Themen. Es werden auch viele Dinge beleuchtet, die sonst vielleicht gar nicht in der Zeitung stehen würden – gerade kleinere Themen und Veranstaltungen von Vereinen aus der Region. Das freut mich für die engagierten Menschen, die dahinter stehen. Mit dem Ludwigsburger Wochenblatt verbinde ich ... Nicole Porsch ist Geschäftsführerin der Weinhandlung Bronner Erwerbstätige (×1000) im Land nach Wirtschaftsbereichen Quelle: Statistisches Landesamt, Bild: Holm Wolschendorf DIENSTBARE GEISTER 636,9 2104,0 2283,7 544,9 727,4 331,8 596,5 964,1 209,7 607,4 1230,3 153,9 727,6 1629,7 117,9 952,0 1840,7 70,9 1244,6 a Landwirtschaft und Forsten, Fischerei a Produzierendes Gewerbe a Handel, Gastgewerbe, Verkehr a Sonstige Dienstleistungen 2010 2000 1990 1980 1970 1961 2203,7 2247,8 1998,9 1964,6 2176,5 2104,0 2283,7 SONDERAUSGABE SAMSTAG, 22. OKTOBER 2011SEITE 19 Ludwigsburger Wochenblatt 50 Jahre Erfolg vor Ort Stuttgarter Straße 111, Albstraße 16–19 Beihinger Straße 9 Kornwestheim,Tel.: 07154/81611-0 Bietigheim,Tel.: 07142/9546-0 www.auto-blank.dewww.auto-blank.de