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Paul Potts genießt den Erfolg.

Paul Potts genießt den Erfolg. 

Foto: Kitae Kim

Ich lebe meinen Traum

Am 11. November 2017 singt Paul Potts in Ludwigsburg. Wir sprachen mit dem englischen Tenor, dessen Aufstieg vom Handyverkäufer zum gefeierten Sänger vor zehn Jahren ein Millionenpublikum rührte.

Am 9. Juni 2007 betritt im britischen TV ein junger, etwas dicklicher junger Mann mit schiefen Zähnen und einem schlecht sitzenden Anzug die Bühne und kündigt an, Oper singen zu wollen. Die Jury, wohl wissend, wie leicht das in die Binsen gehen kann, ist skeptisch. Dann erklingen die ersten Orchestertöne von Puccinis Arie „Nessun dorma“, und Paul Potts erhebt seine klare, feste Stimme, die so gar nicht zu seinem unsicheren Auftritt zu passen scheint. Der Rest ist Geschichte. 5 Millionen verkaufte Alben und mehr als 850 Auftritte weltweit in den vergangenen zehn Jahren. Die Verwandlung vom musikalischen Nobody zum Weltstar mit einer Biografie und einer Hollywoodverfilmung derselben kommt Paul Potts bis zum heutigen Tage wie ein Wunder vor.

 

Guten Tag, Mr. Potts. Wie geht es Ihnen?
Hallo. Mir geht es sehr gut, vielen Dank.

 

Was, Mr. Potts, ist das Geheimnis Ihres Erfolgs?
(Es räuspert sich. Typisch Sänger). Ich weiß es selbst nicht. Ich liebe es, zu singen, und ich werde so lange weitermachen, wie mich die Leute auf der Bühne sehen wollen. Vielen Dank für die Unterstützung, die ich seit 10 Jahren erfahre.

 

Was sagen Sie zum deutschen Publikum?
Es ist großartig. Ich werde überall wärmstens empfangen, und das, obwohl mein Deutsch so gut ist wie mein Koreanisch. Es ist immer von Vorteil, die Sprache des Publikums zu sprechen. Ich arbeitete daran. Mir gefällt Deutschland sehr. Es gibt hier viele Orte, die ich noch nicht gesehen habe und auf die ich mich freue. Ludwigsburg gehört übrigens dazu.

 

Mr. Potts. Damals, bei Ihrem TV-Auftritt bei „Britain’s Got Talent“ wirkten Sie sehr unsicher, voller Zweifel. Wie fühlen Sie sich heute, wenn Sie auf die Bühne kommen. Sind Sie reifer geworden?
Ich bin immer noch nervös und habe nach wie vor Lampenfieber. Das ist aber okay, zumal ich der festen Überzeugung bin, dass man bis zu einem gewissen Grade nervös sein muss, um sein Bestes geben zu können. Die Nervosität schärft die Sinne, sie ist ein wichtiger Teil des Auftritts. Meine Methode damit zurechtzukommen ist einfach. Ich bin so spät wie möglich dran, so bleibt mir wenig Zeit, mir Gedanken zu machen.

 

Ihr Aufstieg begann mit Puccinis Arie „Nessun dorma“. Wie wollen Sie beim Winterträume-Konzert in Ludwigsburger verhindern, dass die Leute einschlafen?
Großes Gelächter. Na ja. Zum Beispiel mit einer Version von Puccinis „Nessun dorma“. Dann werde ich sicherlich einige Titel meiner älteren Alben singen, doch im Zentrum stehen natürlich die Stücke meines neuen Albums „On Stage“, das gerade erschienen ist. Da wir beim Konzert nur von einem Pianisten begleitet werden, werde ich die Gelegenheit nutzen, einige Lieder vorzutragen. Das wird sicher ein sehr intimes klangliches Erlebnis.

 

Was sind, neben den Winterträumen, Ihre ganz persönlichen Träume?
Ich hatte jetzt zehn großartige Jahre als Sänger und es wäre fantastisch, wenn es noch einmal Zehn werden würden. Aber das liegt nicht in meiner Hand. Das muss das Publikum entscheiden.

 

Letzte Frage. Sie sagten, es gefalle Ihnen sehr in Deutschland. Mögen Sie auch die deutsche Küche?
Ja. Da gibt es viele wundervolle Sachen. Zum Beispiel (und da packt Paul Potts sein bestes Deutsch aus) leckeren Schweinebraten und knusprige Entenbrust.

 

Mr. Potts. Herzlichen Dank für das Gespräch und passen Sie gut auf, dass Sie sich nicht erkälten?
Vielen Dank. Wir sehen uns in Ludwigsburg.


Das Gespräch führte
Michael Langjahr.

Michael Langjahr