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Die Schiller-Statue erinnert an den großen Dichter, der am 10. November 1759 in Marbach geboren wurde.

Die Schiller-Statue erinnert an den großen Dichter, der am 10. November 1759 in Marbach geboren wurde. 

Foto: A. Drossel

Marbach feiert Schiller

Auch wenn es schon mehr als 250 Jahre her ist. Der 10. November 1759 bleibt wohl für alle Zeit der größte Tag in der Geschichte Marbachs. Denn an diesem Tag, mit der Geburt Friedrich Schillers, betrat eine mittlere württembergische Landstadt die Weltbühne.

Marbach: Im Zentrum der diesjährigen Feierlichkeiten steht die Verleihung des Schillerpreises an Horst Bredekamp. Der Berliner Kunsthistoriker erhält die prestigeträchtige Auszeichnung am 258. Geburtstag Friedrich Schillers.
Bredekamp gilt weltweit als überragende Figur der Kunstgeschichte. Bürgermeister Jan Trost überreicht den mit 10 000 Euro do-tierten Preis am 10. November in einem öffentlichen Festakt um 20 Uhr in der Stadthalle Schillerhöhe. Die Laudatio hält der US-amerikanische Literaturwissenschaftler und Shakespeare-Forscher Stephen Greenblatt. Alle Reden werden simultan übersetzt.
Die Vielzahl der Studien Horst Bredekamps umfasst die Geschichte der euro-päischen Kunst vom Mittelalter bis in die Gegenwart, erläuterte die Jury ihre Entscheidung, die sie Ende 2016 traf. Daneben stehen wichtige Studien zum bildlichen Denken der Philosophie und theoretische Schriften zur Grundlegung der Bildwissenschaft. Als politisch und ästhetisch engagierter Zeitgenosse, Kritiker und eminenter Stilist ist Bredekamp ein viel gefragter Autor.


Traditioneller Blumengruß
Wie sehr sich die Bevölkerung Marbachs für Friedrich Schiller interessiert, der immerhin die ersten fünf Jahres seines Lebens in seiner Geburtsstadt verbrachte, das wird unter anderem beim traditionellen Blumengruß am Geburtstag des Dichters deutlich. Um 14.30 Uhr tragen die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Marbach Gedichte sowie Szenen von und über den großen Sohn der Stadt vor und werfen Blumen auf das Schillerdenkmal.
Anlässlich der Schillerwoche, die am kommenden Sonntag zu Ende gehen wird, forderte das Kulturamt erneut zum Dichterwettstreit auf. Am Samstag, 11. November treten um 20 Uhr wieder Autoren gegeneinander an und ziehen das Publikum mit ihrer Performance-Literatur in ihren Bann. Auch in diesem Jahr findet der Poetry Slam in der Stadthalle Schillerhöhe statt. Die Regeln sind einfach: Jeder der antretenden Poeten hat sechs Minuten Zeit, mit seinem Text und einer guten Performance das Publikum, das am Ende den Sieger wählt, von sich zu überzeugen. Die beiden erfahrenen Slammer, Autoren, Workshop-Leiter und Kulturmanager Hanz und Alexander Willrich führen routiniert und spritzig durch die Veranstaltung.
Ihr Kommen angesagt haben bereits Paul Bokowski, Erik Leichter, Noah Klaus, Aylin Celik, Tom aus Graz, Johannes Floehr, Leah Wewoda und Jan Schneider.
Am 12. November, an dem auch der verkaufsoffene Schillersonntag stattfindet, besteht zum letzten Mal in diesem Jahr die Möglichkeit zur Teilnahme an einer öffentlichen Stadtführung, die von Frühling bis Herbst stattfinden.
Marbachs wohl bekannteste Stadtführerin Elke R. Evert nimmt die Besucher mit auf einen eineinhalbstündigen Rundgang durch die denkmalgeschützte historische Altstadt. Er beginnt um 14.30 Uhr. Karten sind in Schillers Geburtshaus erhältlich.
Die Teilnahme an der Stadtführung kostet drei Euro, ermäßigt zwei Euro, Kinder unter zwölf Jahren sind frei. Treffpunkt ist vor dem Restaurant Goldener Löwe, Niklastorstraße 39. Die Teilnehmer erhalten am selben Tag ermäßigten Eintritt in Schillers Geburtshaus. 

mic/red