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Den Kuscheltieren der Superschwäbin Margarete Steiff ist im Landesmuseum Württemberg ein sehr dschungelartiger Raum gewidmet.

Den Kuscheltieren der Superschwäbin Margarete Steiff ist im Landesmuseum Württemberg ein sehr dschungelartiger Raum gewidmet.

Foto: Junges Schloss

Museen müssen mehr machen

Der 41. Internationale Museumstag am 13. Mai steht unter dem Motto: „Netzwerk Museum: Neue Wege, neue Besucher“. Auch in unserer Region werden wieder viele Ausstellungshallen den Museumstag nutzen, um auf ihre Sammlungen aufmerksam zu machen.

Ludwigsburg: Rituale haben etwas Beruhigendes. Sie bieten Sicherheit in unsicheren Zeiten. Rituale können aber auch die Gleichgültigkeit fördern. Wenn etwas ständig wiederholt wird, läuft es Gefahr, fad zu werden. In diesem Zwiespalt steckt auch der Internationale Museumstag, dieses alljährlich im Mai stattfindende Großereignis des Schauens und Entdeckens.

Das Besondere erleben
Der Termin ist vor allem eine gute Gelegenheit, um neue Besucher zu gewinnen. Die mediale Aufmerksamkeit ist gewaltig. Auch Menschen, die eher selten in ein Museum gehen, werden auf die Vielzahl der Ausstellungen aufmerksam. Darum lässt sich die Mehrzahl der Häuser für den „Tag der offenen Tür“ im Mai immer etwas Besonderes einfallen.
Für die Verantwortlichen ist der Museumstag eine Herausforderung. Um nicht den Nimbus des Neuen, des Besonderen einzubüßen, müssen sie ihn Jahr für Jahr neu Erfinden. Denn sonst würde der Museumstag wegen jener Schwäche an Fahrt verlieren, mit der zum Beispiel jene Museen zu kämpfen haben, die stehengeblieben sind, die nicht mehr zu bieten haben, als eine respektable, aber in die Jahre gekommene Dauerausstellung.
Was Schade ist. Denn ist es nicht so, dass man ein gutes Buch nicht oft genug lesen, ein zeitloses Musikstück nicht immer wieder hören, und eine Ausstellung (etwa die der Staatsgalerie in Stuttgart) nicht ohne Müde zu werden sehen kann, weil man bei jeder Lektüre, bei jedem Wiederhören und bei jedem Besuch etwas Neues, ein bisher verborgenes Detail entdecken kann?
Wir geben zu: Diese Betrachtungsweise ist etwas für Liebhaber und Spezialisten. Der normale Museumsbesucher lässt sich vor allem von Neuigkeiten und Sensationen hinterm Ofen seiner Bequemlichkeit hervorlocken.
Die Kuratoren in den Museen wissen das, und sie haben Konsequenzen daraus gezogen. Getreu einer Maxime der Marktwirtschaft, derzufolge Stillstand Rückschritt bedeutet, sind moderne Museen um ständigen Wandel bemüht.
Sie sind gut vernetzt und können somit, wenn die Bilanz des Nehmens und Gebens gesund, also ausgeglichen ist, Bekanntes in immer neuen Konstellationen präsentieren. Neue Blickwinkel sind gefragt. Auch die Begleitprogramme der Ausstellungen werden immer vielfältiger. Anschauungsunterricht ist gut, Mitmacher noch besser, lautet die Parole.
Aus diesem Grund ist es wenig verwunderlich, dass das Motto des 41. Museumstages am 13. Mai 2018 „Netzwerk Museum: Neue Wege, neue Besucher“ lautet. Wenn ein Museum überleben will, so muss es vernetzt, also multimedial aufgestellt sein. Es muss ihm gelingen, ein neues Publikum anzulocken, ohne das alte durch zu viel Veränderung zu vergrätzen. Mit einem Wort: Es muss neue Wege einschlagen.
In der Hoffnung, dass die Besucher bereit sind, sich darauf einzulassen, breitet sich am kommenden Sonntag die Museumslandschaft wie ein großer, bunter Teppich aus.
Das Betreten der Ausstellungen ist bei meist freiem Eintritt nicht nur gestattet, es ist ausdrücklich erwünscht.

INFO
Einen wirklich ausführlichen und gut gemachten Überblick über den Internationalen Museumstag am 13. Mai liefert die Seite: www.museumstag.de.
Wer einfach so auf Museumstour gehen will: Auch gut. So ziemlich jedes Museum in der Region macht mit. Der Eintritt ist vielerorts frei.

Michael Langjahr