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Aurelius Maier, priel wolke bogen gegenbogen, 2015, C-Print Diasec, 80 x 120 cm.

Aurelius Maier, priel wolke bogen gegenbogen, 2015, C-Print Diasec, 80 x 120 cm.

Foto: Katalog

Seestücke in Bietigheim

Endlich kann man auch in Bietigheim am Meer spazieren gehen. Denn die Städtische Galerie ist vom 21. April an „Im Bann der Nordsee“. Die Norddeutsche Landschaft, wie sie ab dem Jahre 1900 gemalt und fotografiert wurde, wird an der Enz bis zum 8. Juli 2018 gezeigt.

Bietigheim: Seit jeher haben das raue Meer und die weite, einzigartige Landschaft im Norden Künstler fasziniert, seien es Einheimische oder Reisende.
Dort, wo der Himmel die Erde zu berühren scheint, wo oftmals eine steife Brise weht, wo auf den Deichen die Schafe und auf den Weiden die Kühe grasen, fanden auch viele Maler stets inspirierende Sehnsuchtsorte.

Motive des Nordens
Die Ausstellung in der Städtischen Galerie hält viele Entdeckungen bereit: Postimpressionistische, expressionistische und neusachliche Künstler aus dem Norden, wie Poppe Folkerts, Julian Klein von Diepold, Hans Trimborn oder Paul Ernst Wilke, welche die wasserreiche Küstenlandschaft mit ihren Schiffen, Windmühlen, Leuchttürmen und Reethäusern ins Bild bannen.
Emil Noldes Werk war durchdrungen von Motiven seines Lebens zwischen Nord- und Ostseeküste, welche seine ehemaligen Brücke-Kollegen nur zeitweilig beschäftigten.
Auf deren Spuren entdeckte dann Franz Radziwill das Nordseebad Dangast und sollte dort den Großteil seines Werks schaffen. Kulturhistorische Objekte ergänzen die Ausstellung, darunter zarte Teegeschirre, silberne Kandiszangen und detailverliebte Schiffsmodelle.
Fünf zeitgenössische Positionen und Medien veranschaulichen eindrucksvoll, dass die Faszination für das Nordische und die Nordsee bis heute ungebrochen ist – so bietet sich den Besuchern ein abwechslungsreiches und äußerst umfängliches Bild von fast 120 Jahren norddeutscher Landschaftsdarstellungen.
Die passende Studioausstellung „Gustav Schönleber. Küstenfahrten an der Nord- und Ostsee“ zeigt aus Anlass der großen Ausstellung „Im Bann der Nordsee“ Gemälde und Grafik von Gustav Schönleber (1851–1917), der in Bietigheim geboren wurde und an der Karlsruher Akademie lehrte, sich aber auch der nordischen Landschaft verschrieb.
1875/76 reiste er von Ostfriesland bis nach Ostpreußen, um für einen Stuttgarter Verlag den prächtigen Band “Küstenfahrten an der Nord- und Ostsee„ zu illustrieren. Die Ausstellung beinhaltet Einblicke und Skizzen zu diesem Auftrag sowie Neuerwerbungen aus dem Nachlass, die 2016 in die Sammlung der Städtischen Galerie aufgenommen wurden.
Der Eintritt in die Studioausstellung ist frei. Die Städtische Galerie ist am Freitag, 20. April, ab 18 Uhr geöffnet. An diesem Abend findet um 19 Uhr die Vernissage statt.

Information
Im Bann der Nordsee: 21. April bis 8. Juli 2018
Städtische Galerie, Bietigheim-Bissingen, Hauptstraße 60 – 64, Eintritt: 6 Euro
Geöffnet: Dienstag, Mittwoch, Freitag, 14 – 18 Uhr, Donnerstag 14 – 20 Uhr
Wochenende: 11 – 18 Uhr