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ÜBRIGENS

Alte Angst: Arachnophobie

Spinnen sind nützlich. Sie fangen Schädlinge wie Mücken und Mehlmotten. Deshalb sollte man sie nicht töten, sondern ins Freie befördern. Aber sagen Sie das mal einem Spinnenphobiker, wenn er Schnappatmung hat und sich weigert, das kontaminierte Zimmer zu betreten. Etwa zehn Prozent leiden mindestens einmal im Leben unter einer Tierphobie. Die meisten haben Angst vor Spinnen. Arachnophobie heißt der Fachausdruck. Einen rationalen Grund dafür gibt es nicht, von den 1000 Spinnenarten in Deutschland ist nur der Dornfinger giftig, aber er beißt nur im Notfall.

Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut haben nun herausgefunden, dass die Angst vor Spinnen angeboren ist. Die Forscher zeigten sechs Monate alten Babys Fotos von Blumen und Fischen ebenso wie von Schlangen und Spinnen. Auf die letzten beiden reagierten die Kleinen mit stark vergrößerten Pupillen, was die Wissenschaftler als Stressreaktion sahen. Die Forscher gehen nun davon aus, dass die Angst vor Spinnen einen evolutionären Ursprung hat. Warum sich bei den einen Mechanismen im Gehirn verankern, die Millionen Jahre alt sind, und bei den anderen nicht, bleibt ungeklärt. 

Angelika Tiefenbacher